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Die Rikschas können ihren Zauber  nur entfalten, wenn die Rikschas regelmäßig unterwegs sind. Dabei spielen der/diePilot*in, der/dieKapitän*inund der/dieLotse*ineine wichtige Rolle. Es ist wichtig, dass Haupt-und Ehrenamt an einem Strang ziehen. Nur gemeinsam können die Fahrten koordiniert und durchgeführt werden.
 
Der/diePilot*in

Der/die Pilot*in unternimmt mit Bewohnern der Einrichtung Ausflüge ins Grüne. Dabei ist es diesen selbst überlassen, wie häufig, an welchen Tagen und zu welchen Zeiten sie ein oder zwei ältere Mitmenschen auf eine Fahrt mitnehmen möchten (Natürlich können Sie vor Ort auch feste Tage/Zeiten festlegen). Erklären sich die Ehrenamtlichen bereit, als Pilot geschult zu werden, müssen sie sich auch darüber im Klaren sein, dass Ausfahrten auch angeboten werden. Dies soll zwar nicht zur Pflicht werden, sondern aus Leidenschaft und Freude geschehen, aber die Freude der Bewohner lebt natürlich vom Angebot der Ausfahrten. Vor der ersten Fahrt erhält der Pilot von dem Kapitän eine Schulung. Sie umfasst ein umfangreiches Fahrtraining (Handhabung Rikscha) sowie die Schulung zu einem sicheren Umgang mit den Bewohnern. Eine gute Pilotenschulung schafft bei den Piloten ein notwendiges Verantwortungsbewusstsein. Dies hilft mögliche Schäden und Unfälle im Umgang mit der Rikscha zu vermeiden. Meist sind die Ausfahrten rund ein bis zwei Stundenlang. Insbesondere an Wochenenden wird aber gerne auch mal einen Halbtagesausflug gemacht mit einer Pause in einem Café o.ä.
 
Der/die Kapitän*in

Die Rolle des/derKapitäns*in kann ein Angestellter aus der Einrichtung oder ein Mitglied von Radeln ohne Alter übernehmen. Die Funktion des Kapitäns ist optimaler Weise mit zwei Personen besetzt, damit auch bei Krankheit, Ferien oder sonstiger Verhinderung immer ein/e verantwortliche/e Ansprechpartner/in vor Ort ist. Der/dieKapitän*in einer Einrichtung hat dieVerantwortung für alle dort bewilligten Pilot*innen und ist deren Hauptansprechperson.

Der/dieLotse*in

Der/dieLotse*inist ein meist hauptamtlicher Mitarbeitende der Senioren-oder Pflegeeinrichtung. Die Rolle des/derLotsen*in wird im besten Fall von dem sozial-kulturellen Dienst der Einrichtung übernommen. Sie koordinieren die Fahrten innerhalb der Einrichtung. So bewirtschaften sie beispielsweise den Online-Kalender,d.h. sie checken regelmäßig den Kalender und fragen die Bewohner*innen, ob sie Lust auf eine Ausfahrt haben. Zudem nehmen sie Ausfahrtwünsche der Bewohner*innen–direkt oder über das Pflegepersonal -entgegen und tragen diese in den Kalender ein und senden den Piloten*inneneine entsprechende Email. In kleineren Einrichtungen bzw. Einrichtungen mit einem kleinen Ehrenamtsteam werden die Fahrten teilweise auch telefonisch oder anderweitig vereinbart.Das Konzept ist darauf ausgelegt, dass Radeln ohne Alter als selbst funktionierende

Viele ältere Menschen in Deutschland leben sozial isoliert. Radeln ohne Alter hat sich zum Ziel gesetzt, genau diesen Menschen dabei zu helfen, wieder am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und ihnen das Gefühl zu geben, dass sie dazugehören. Wir sind der Meinung, dass das Leben auch im hohen Alter noch voller Freude sein kann und soll und Mobilität und Teilhabe keine Frage des Alters ist. Auf Rikschas laden wir Bewohner von Senioren-und Pflegeeinrichtungen dazu ein, die Umgebung, in der sie leben, hautnah zu erleben, dabei ihre Lebensgeschichten mit uns zu teilen und sich wieder als Teil der Gemeinschaft zu fühlen. Dadurch entstehen neue Freundschaften, Brücken zwischen Generationen werden gebaut und eine aktive Mitbürgerschaft wird gefördert.
 
Auszug aus einer im Jahr 2019 erstellten Wirkungsanalyse des Instituts für Bildung, Entwicklung und Beratung (BEB Institut für Bildung, Entwicklung und Beratung, Bonn):
 
„Es ist für die Senioren ein unglaublicher Zugewinn an Mobilität, der durch die Rikschafahrten erreicht wird. Der Radius solcher Menschen, die sich meist nur noch mit einem Rollator fortbewegen können, ist sehr reduziert. Mit den Rikschafahrten wird ihr Bewegungsradius plötzlich wieder erheblich größer. Sie kommen an alte, bekannte Orte, an denen Erinnerungen wach werden. Die meisten „Passagiere“ sprechen noch Wochen von ihren Erlebnissen. Diejenigen, die regelmäßiger mitfahren, scheinen dadurch auch wieder mobiler zu werden, trauen sich selbst wieder mehr zu. Sie haben den Eindruck, wieder stärker am Leben auch außerhalb des Seniorenheims teilzuhaben. Die Erlebnisse während der Fahrten bieten anschließend viel Stoff für anregende Unterhaltungen der Senioren untereinander. Manche Freundschaften werden hier neu geschlossen oder vertieft. Die Senioren genießen es zudem, sich auch mit den Rikschafahrern zu unterhalten und ihnen von Erlebnissen zu erzählen, die sie an diesen Orten hatten“
 
Wir von Radeln ohne Alter wollen:
●Jung und Alt zusammenbringen
●Menschen im Alter Mobilität verschaffen
●Zeit schenken
●Ausflüge in den Park, ins Lieblingscafé oder an geliebte Orte unternehmen
●Erinnerungen wecken
●Lebensgeschichten teilen
●Gemeinsam lachen
 
Wir sind für das Recht auf Wind in den Haaren in jedem Lebensalter!

Großzügig sein

Radeln ohne Alter baut auf Großzügigkeit und Herzlichkeit. Die Piloten (Rikschafahrer) zeigen diese Großzügigkeit und Herzlichkeit, indem sie Bewohnern von Senioren-und Pflegeeinrichtungen unentgeltlich mit auf eine Ausfahrt nehmen. Die auf den Ausfahrten gesammelten Geschichten und Erfahrungen teilen die Piloten voller Freude und Begeisterung mit dem Personal der Einrichtung, der Familie, Freunden und Bekannten. So kommt nicht nur durch das Rikschafahren sondern auch durch die gemeinsamen Erlebnisse und Geschichten Bewegung in die Nachbarschaft, das Quartier und die Stadt. Die Leitung der Senioren-und Pflegeeinrichtungen unterstützt die Piloten, indem sie Radeln ohne Alter als festen Bestandteil in die Einrichtung integriert. Ebenso sorgt sie dafür, dass die Rikscha-Ausfahrten einerseits von den Bewohnern rege genutzt und geschätzt werden, andererseits auch die organisatorische Unterstützung für die Rikschas gewährleistet wird.

Sich Zeit nehmen

Eine Ausfahrt mit Radeln ohne Alter soll bei den Bewohnern Erinnerungen wecken und ihnen die Möglichkeit geben, mit Orten und Menschen zu interagieren. Deshalb bewegen wir uns mit langsamer Geschwindigkeit durch die Stadt, das Dorf oder das Land. Wir ermöglichen dadurch eine bessere und intensivere Wahrnehmung der Umgebung und laden interessierte und neugierige Passanten dazu ein, mehr über die Bewegung zu erfahren.

Geschichten erzählen

Radeln ohne Alter ist eine Plattform zum Austausch von Geschichten über Generationen hinweg. Mit Rikscha-Ausfahrten werden Erinnerungen geweckt, eingefangen, dokumentiert und durch Mund zu Mund Propaganda und über diesozialen Medien mit der Welt geteilt. Geschichten verbinden Erzähler und Zuhörer und sind die Basis für neue Freundschaften oder einfach das Gefühl, noch dazu zu gehören.

Beziehungen aufbauen

Radeln ohne Alter fördert das Entstehen vieler neuer Beziehungen: Beziehungen zwischen verschiedenen Generationen, zwischen älteren bzw. geistig oder körperlich beeinträchtigten Mitmenschen, zwischen Rikscha-Piloten und Passagieren, zwischen dem Personal der Alters-, Pflege-und Behinderteneinrichtungen und Familienmitgliedern. Solche Beziehungen schaffen Vertrauen, machen glücklich und erhöhen die Lebensqualität aller Beteiligten. Sie sind der Klebstoff unsere Gesellschaft.

Leben entfalten

Radeln ohne Alter ist der Überzeugung, dass sich das Leben in allen Lebensphasen entfaltet. Dies jedoch setzt einen gewissen Grad an Mobilität voraus, welche bei älteren, körperlich oder geistig beeinträchtigten Mitmenschen kontinuierlich abnimmt. Mit Rikscha-Ausfahrten soll diese verloren gegangene Mobilität zurückgegeben und dabei durch die wiedergewonnene Möglichkeit einer aktiven Teilnahme am gesellschaftlichen Leben die schlummernde Lebensenergie wieder geweckt werden.Bei Radeln ohne Alter sind die Fahrten für SeniorInnen kostenlos. Es handelt sich um keine Dienstleistung. (Die einzige Grundvoraussetzung für uns ist, dass die Fahrten für die SeniorInnen immer kostenlos sind!)

Komm wir fangen ein Lächeln ein

Seniorin

Bild: Wolfgang Beck Lahr
Übergabe einer Rikscha im Spital Vital Lahr

"Komm wir fangen ein Lächeln ein" genau über diese Überschrift  stolperten wir, als über Aktivitäten für die Senioren des Heilig Geist Spitals nachgedacht wurde. Wir, die Vorstandschaft des frisch  gegründeten Fördervereins der Heilig Geist Spital Stiftung Ingolstadt mit dem Vorstand Florian Straub waren  von der Idee einer Fahrradrikscha für Senioren anzuschaffen infiziert.

Eine Bloggerin aus Hamburg beschrieb unter dieser Überschrift ihre Eindrücke anhand von Beispielen. Weitere Quellen beschreiben das Glücksgefühl bei den Senioren, wenn sie mit der Rikscha unterwegs sind.

Die Grundidee kommt aus Dänemark. Ein junger Mann fuhr Senioren mit einer Rikscha durch die Gegend, damit diese dem Heimalltag entfliehen konnten. Bei der Rückkehr konnte festgestellt werden, dass die Senioren ausgeglichen und zufrieden waren. Selbst bei bereits schwerer Demenz und den damit verbunden in sich gekehrt sein konnte eine Veränderung festgestellt werden. Ein Lächeln auf dem Gesicht.

Von diesem Jungen Mann ging eine Bewegung in ganz Europa aus. In vielen Nationen findet man die Rikscha für Senioren. Zwischenzeitlich ist  die Rikscha für Senioren auch in Deutschland weit verbreitet. Ein Dachorganisation "Radeln ohne Alter"  hat in vielen Teilen Deutschlands Mitgliedsvereine. Aber auch Privatpersonen engagieren sich ehrenamtlich unmittelbar bei Seniorenheimen. 

Bei mehreren Gesprächen mit Vereinen  oder Privatpersonen, die bereits unterwegs sind, durften wir erfahren, dass die Senioren die Fahrt genießen. Auch wenn die Einrichtungen ein großes Betreuungsangebot anbieten, stellen die Fahrten immer ein Highlight im Seniorenalltag dar. Freiheit, die Sonne genießen, an Orte zu kommen die schwer erreichbar sind, Teilhabe am öffentlichen Leben, Gespräche mit anderen Menschen führen und einfach einmal wieder selbst Mittelpunkt zu stehen tut den Senioren gut. Insbesondere eine Geschichte bewegte uns, ein Senior bat um eine Fahrt, da im nur noch eine kurze Lebenszeit prognostiziert wurde und er Abschied von seiner geliebten Stadt nehmen wollte.  Es muss ihm so gut gefallen haben, dass er nach einem halben Jahr wieder nachfragte, ob er mitfahren darf.

All diese überaus positiven Eindrücke bewegte die Vorstandschaft des Fördervereins den Versuch zu starten auch in Ingolstadt eine Fahrradrikscha zu etablieren. Abschreckend waren die hohen Kosten von rund 9000 Euro, die ein so junger Verein natürlich nicht zur Verfügung hat. Eine Spendenaktion wurde ins Leben gerufen und bei einer internen Information an die Mitglieder des Fördervereins zeigte das Mitglied  Dr. Christan Scharpf sofort Interesse etwas zu tun. Heraus kam der Abend mit dem Kabarettisten und Alt-Oberbürgermeister der Stadt München Christian Ude am 13.11.2019 im Altstadttheater. Die Einnahmen fließen dem Förderverein zu gute um die einen Teil der Rikscha zu finanzieren. Weitere Spenden flossen bereits dem Förderverein zu, aber bei weiten noch nicht ausreichend.
 Deshalb bitten wir um weitere Spenden. Sparkasse Ingolstadt Eichstätt; IBAN: DE15 7215 0000 0054 0807 67; BIC: BYLADEM1ING; Kennwort: "Rikscha" an das Vereinskonto.